STI Industrietag 2010
From STI Germany
ACHTUNG: wegen der europaweiten Reisebeschränkungen durch den Vulkanausbruch in Island mussten wir den 2. STI Germany Industrietag am 20.04.2010 kurzfristig verlegen. Als neuer Termin wird der 15. Juni 2010 festgelegt !
Der 2. STI Germany Industrietag findet am 15.06.2010 in den Räumen des FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe statt.
In Vorträgen und Software-Demonstrationen informieren Referenten aus den Bereichen Wissenschaft und Industrie in diesem Jahr über grundlegende technische Ansätze, aktuelle Trends, Geschäftsmodelle und erfolgreiche Anwendungen zum Thema "Linked Open Data".
Linked Open Data (LOD) bezeichnet die Verknüpfung frei verfügbarer und über URIs (Uniform Ressource Identifier) eindeutig referenzierter Daten im World Wide Web, die wiederum ebenfalls per URI auf andere Daten verweisen.
Hierfür werden Semantic Web Standards wie das Ressource Description Framework (RDF) für Metadaten,
die Web Ontology Language (OWL) für Hintergrundwissen oder die RDF-Anfragesprache SPARQL verwendet,
so dass Linked Open Data gleichzeitig ein Teil des Semantic Web werden. Die miteinander verknüpften Daten ergeben ein weltweites Netz, die „Linked Open Data Cloud“.
LOD-Prinzipien und -Technologien können e-Commerce im Web einfacher und effektiver machen, im Intranet und Extranet heterogene Informationsbestände verknüpfen oder auch im eGovernment die Silos öffentlicher Daten (z.B. von Umwelt- und Vermessungsbehörden oder statistischen Ämtern) der weiterführenden Nutzung durch den Bürger zugänglich machen.
Ein Beispiel für LOD ist die DBpedia: in diesem Gemeinschaftsprojekt werden strukturierte Informationen aus Wikipedia extrahiert, die dann strukturiert abgefragt, für andere Web-Anwendungen genutzt oder mit diesen verbunden werden können.
Weitere Informationen zur LOD-Initiative erhalten Sie hier.
Natürlich bieten wir Ihnen auch in diesem Jahr wieder viele Möglichkeiten zum aktiven Informations- und Wissenstransfer in Pausengesprächen und an Software-Demo-Ständen.
Zeit
15. Juni 2010, 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Ort
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Straße 10-14
D-76131 Karlsruhe (Anfahrtsplan)
Programm
09:30 Uhr
Empfang
10:00 Uhr - 10:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Rudi Studer, FZI Forschungszentrum Informatik + STI Germany National Center Karlsruhe
- Der Vortragende: Rudi Studer ist Professor am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) und Direktor am Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) am KIT. Seine Forschungsinteressen umfassen Wissensmanagement, Semantic Web Technologien und Anwendungen, Ontologiemanagement, Data and Text Mining, Service Science und Semantic Grid. Er ist Sprecher des Kompetenzfeldes Organisations- und Dienstleistungsgestaltung am KIT. Rudi Studer ist Vorstand am FZI Forschungszentrum Informatik am KIT und Direktor am Forschungsbereich Information Process Engineering (IPE) am FZI sowie Gründungsgesellschafter der ontoprise GmbH. Rudi Studer ist einer der Vize-Präsidenten des Semantic Technology Institute International (STI2) und Kopf des STI National Center Germany in Karlsruhe.
10:30 Uhr - 11:15 Uhr
Linked Data: Grundlagen
Daniel Herzig, Institut AIFB am KIT (Karlsruhe)
- Zusammenfassung: Linked Data, die Idee Daten im Web zu vernetzen, hat die Forschungssphäre verlassen und findet bereits vielfältige Anwendungen in den unterschiedlichsten Bereichen, wie z.B. im e-Commerce und in der Medienbranche. Täglich kommen neue Datenquellen hinzu und neue darauf aufbauende Anwendungen entstehen. Doch welche Technologien und Standards stecken dahinter? Dieser Vortrag geht von der Linked Data Idee aus und zeigt, was damit möglich ist und heute bereits gemacht wird, um anschließend den Blick unter die Motorhaube zu werfen und die technischen Grundlagen anhand von Beispielen für den zukünftigen Anwender zu erläutern.
- Der Vortragende: Daniel Herzig arbeitet seit 2009 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren des KIT im Bereich Semantisches Web. Zuvor studierte er Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und der University of Massachusetts und schrieb seine Diplomarbeit an der Stanford University zum Thema Semantische Suche in Wikis. Während seines Studiums sammelte er praktische Erfahrungen bei SAP Research, Palo Alto und Siemens Healthcare, Shenzhen, China.
11:15 Uhr - 12:00 Uhr
Linked Open Data im eGovernment
Benjamin Zapilko, gesis (Bonn)
- Zusammenfassung: Nachdem die US-amerikanischen und britischen Regierungen große Teile von Regierungsdaten und Daten des öffentlichen Sektors in standardisierten Formaten im Semantic Web veröffentlicht haben, folgen immer mehr Länder diesen Bestrebungen. Durch die freie, standardbasierte Verfügbarkeit dieser Daten können sie in anderen Anwendungen genutzt werden, bestehende Prozesse können effizienter gestaltet werden und neue Anwendungen und Services können auf diesen Daten basierend entstehen. Der Vortrag thematisiert die aktuelle Situation in Deutschland zu Linked Open Data im eGovernment sowie auftretende Hürden und Herausforderungen und zeigt mögliche Strategien auf.
12:00 Uhr - 12:15 Uhr
Kurzüberblick zu den Demos in der Mittagspause
12:15 Uhr – 14:00 Uhr
Mittagspause + Demos
14:00 Uhr - 14:45 Uhr
Linked Data im Web - Aktuelle Entwicklungen
Richard Cyganiak, DERI, National University of Ireland Galway
14:45 Uhr - 15:30 Uhr
Interacting with Linked Open Data
Dr. Peter Haase, fluid Operations GmbH (Walldorf)
- Der Vortragende: Dr. Peter Haase arbeitet als Senior Architect bei fluid Operations, wo er Forschung und Entwicklung an der Schnittstelle von semantischen Technologien und Cloud Computing koordiniert. Vorher arbeitete er am Institut AIFB des KIT, wo er 2006 promovierte. Davor sammelte er bis 2003 Praxiserfahrung in den Silicon Valley Labs von IBM in der Entwicklung von DB2.
15:30 Uhr - 16:00 Uhr
Kaffeepause
16:00 Uhr - 16:45 Uhr
Linked Data im Unternehmen
Georgi Kobilarov, Uberblic Labs (Berlin)
- Zusammenfassung: Die Linked Data Initiative hat das Potential, den Weg zu revolutionieren, wie Daten im Web genutzt und wiedergenutzt werden. Doch wie bringen wir dieses Potential in den Unternehmenseinsatz? Dieser Vortrag wird beleuchten, welche Chancen sich für Unternehmen durch den Einsatz von Webdaten ergeben und welche Fallstricke es zu beachten gilt.
- Der Vortragende: Georgi Kobilarov ist Geschäftsführer der Firma Uberblic Labs in Berlin. Er war Mitgründer und Entwickler von DBpedia und als Forscher an der Freien Universität Berlin und bei Hewlett-Packard Bristol tätig. Er hat die BBC in zahlreichen Linked Data Projekten beraten und entwickelt nun mit Uberblic Labs Lösungen zum Einsatz von Linked Data in Unternehmen.
- Link zu [Uberblic Labs http://uberblic.com]
16:45 Uhr - 17:15 Uhr
Open Discussion und Abschluss
Dr. Andreas Abecker, FZI Forschungszentrum Informatik + STI Germany National Center Karlsruhe
- Moderation: Dr. Andreas Abecker ist Abteilungsleiter für Wissensmanagement und Semantische Technologien am FZI Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe. Er promovierte am Institut AIFB des KIT zum Geschäftsprozessorientierten Wissensmanagement und arbeitete davor am DFKI Kaiserslautern zu Wissensmanagement und Intelligenten Ingenieursystemen. Andreas Abecker koordiniert die Aktivitäten des STI Germany Office Karlsruhe.
ab 17:30 Uhr
Get Together mit Bier + Brezeln
Software-Demos
In der Mittagspause werden folgende Software-Demos zu Linked Open Data angeboten:
- ontoprise GmbH Karlsruhe-Durlach
- Ultrapedia: Kombination von SMW+ und DBpedia (Philipp Zaltenbach): Wikipedia ist eine der umfangreichsten Wissens-Quellen im Internet. Allerdings ist es derzeit nicht möglich, Informationen daraus abzufragen wie beispielsweise: An welchen deutschen Universitäten hält ein Nobelpreisträger Vorlesungen?. DBpedia ermöglicht die Beantwortung solcher Fragen, indem es die in Wikipedia enthaltenen Informationen und Verknüpfungen strukturiert erfasst. Die gezeigte Demo von Semantic MediaWiki+ zeigt die Vorteile der Kombination eines semantischen Wikis mit den Daten aus DBPedia und welchen Mehrwert diese Semantische Wikipedia den Anwendern bieten kann.
- fluid Operations GmbH Walldorf
- Linked Open Data in Aktion mit der Information Workbench (Dr. Peter Haase und Tobias Mathäß): Wir demonstrieren die Information Workbench als Plattform für die Entwicklung von Anwendungen basierend auf Linked Open Data. Die Plattform bietet Funktionalität für die Integration von strukturierten und unstrukturierten Informationen aus öffentlichen und unternehmensinternen Quellen und für die gemeinschaftliche Informationserzeugung mittels Web 3.0 Technologien. Innovative Technologien für die semantische Suche, Visualisierung, Analyse und Exploration ermöglichen neuartige Formen der Interaktion mit den Daten. Über ein Provider- und Widget-Framework ist die Plattform vom Backend bis zur Benutzeroberfläche flexibel erweiterbar, so dass problem- und domänenspezifische Anwendungen sehr einfach realisiert werden können. Wir präsentieren Beispielanwendungen der Information Workbench in verschiedenen Domänen, z.B. den Lebenswissenschaften.
- [Link zur Live-Demo]
- Institut AIFB am Karlsruhe Institute of Technology
- Demo 1: Maps for Mobiles - Linked Open Data auf mobilen Endgeräten (Benjamin Langguth und Robert Ulrich)
- Demo 2: SemantiCore - Ein Songbird Plugin zur Einbindung von Linked Open Data (Fabian Howahl , Steffen Stadtmüller und Pascal Wichmann): Songbird ist eine freie Anwendung zur Wiedergabe von Multimediadaten, welche entweder lokal gespeichert oder über das Web gestreamt werden. Der Fokus der Anwendung liegt jedoch auf der Wiedergabe von Musik, die im MPEG-1 Audio Layer 3 (mp3) Format vorliegt. Songbird zeichnet sich durch die einfachen Möglichkeiten zur Erweiterung aus. Die Linked Open Data-Cloud umfasst zahlreiche Daten zu Musikinterpreten und -stücken. Das Songbird Addon Semanticore ergänzt die bestehenden Funktionalitäten des Music Players: Zu gerade abgespielten Songs werden zusätzliche Hintergrundinformationen angezeigt, wie Bilder, eine Kurzbeschreibung der Künstler, die Diskografie, anstehende Konzerte auf einer Karte sowie Zeitleiste und aktuelle Twitter-Nachrichten zu diesem Künstler. Hierzu werden SPARQL-Abfragen für verschiedene Datenquellen erstellt, die die gewünschten Informationen aus einem Triple Store/RDF-Graphen zurückliefern.
- Demo 3: LinkedNews - Linked Open Data für Nachrichten (Viktor Rudomyotkin und Artem Schumilin)
- Demo 4: Networking 3D (Martin Zang, Ole Ottmöller, Thomas Gerber)
Ferner werden Demos aus dem Forschungsprogramm THESEUS des Bundesministeriums für Wirtschaft [1] angeboten:
- Demo 1: Forecasting Economic Growth via Information Markets (Stephan Stathel)
- Demo 2: ISE Workbench: Model Driven Service Engineering (Veli Bicer)
- Demo 3: Spreading Activation Based Entity Recognition (Joachim Kleb)
- Demo 4: Quality Management in Ontology Evolution (Jens Wissmann)
Anmeldung
Bitte melden Sie sich hier für den 2. Industrietag an an.
Weitere Informationen
Diese jährlich stattfindende Veranstaltung ist eine Initiative des National Center Karlsruhe des Semantic Technology Institute (STI) Germany und dient der Vernetzung von Industrieunternehmen, die an Semantischen Technologien interessiert sind, mit Forschungsinstitutionen, Produktanbietern und Dienstleistern.
Hinter STI steht ein weltweites Netzwerk von Mitgliedern aus Forschung, Industrie und Verwaltung.
Unsere gemeinsame Vision: ständige Innovationen im Bereich Semantischer Technologien und ihre feste Verankerung in modernen IT-Systemen.
Informationen zum letztjährigen Industrietag 2009 finden Sie hier.
